Leserbrief
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Warum ist Murnau so stumm? Zeit, sich aktiv eine Meinung zu bilden

Veröffentlicht am:
12.09.2026
Autor:in:
Cornelia Osten-Groß
Quellenangabe:
Murnauer Tagblatt vom 12.09.2026, Seite 36

„Kaum Bewegung bei der Umfahrung“; Ausgabe vom 5./6. September:            

„Das Plakat für die Demo in Wielenbach am 26. September ist beeindruckend: 11 Gruppierungen unterstützen den Protest gegen den Ausbau der B2. In Murnau wird geschwiegen oder der schleppende Verlauf beklagt. Die Straßen- und Tunnelbauten im Loisachtal sind schon jetzt, vor der Verkehrslawine, bestürzend in ihren Ausmaßen und Bauzeiten von 10 bis 17 Jahren. Niemand will mehr Verkehr, aber Studien belegen das Gegenteil. Nach kurzer Entlastung schwillt der Verkehr wieder an, und keiner will in der Nähe wohnen oder an großflächig versiegelter Landschaft Urlaub machen.

Als Begründung für den Neubau bleibt der Berufsverkehr auf der alten B2. Seit Jahrzehnten gäbe es dafür Lösungen: Die Umleitung des Durchgangsverkehrs ab dem Spatzenhauser Kreisel, das Ersetzen der Ampeln durch Kreisverkehre, ein als Lärmschutzmaßnahme auch an Bundesstraßen zulässiges Tempo 30 und den Radverkehr weniger ausbremsen. Warum also ist Murnau so stumm? Mehr Verkehr wollen wir nicht, Entlastung könnten wir anders bekommen. Die Bundesmillionen werden nicht aus Liebe zum Blauen Land ausgegeben, sondern für den Fernverkehr. Warum warten, bis eine Bundesbehörde alles bis zur Planfeststellung ausgearbeitet hat? Unbedeutend ist, wo die Trasse geführt wird, ob nördlich oder südlich vom Lautnerhof. Eine neue Bundesfernstraße wird nicht die Lösung aller Verkehrsprobleme sein. Vor allem ist sie keine Umfahrung – egal, wie oft das behauptet wird –, weil sie mitten im Ort endet.

Jetzt ist der Zeitpunkt, sich aktiv eine Meinung zu bilden, denn noch ist Einflussnahme möglich. Die Empfehlung ,erstmal abwarten‘ oder vermeintlich ,neutral‘ bleiben ist ein Schnitt ins eigene Fleisch. Sie spielt zu 100 Prozent der Bundesplanung in die Hände. Eine Bürgerbefragung ist rechtlich ohne jede Bedeutung und wäre damit sinnlos.“

CORNELIA OSTEN-GROSS
Bürgerinitiative Heimat 2035
Hagen