Leserbrief
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Es geht um Gesundheit, Schlaf und Menschenleben

Veröffentlicht am:
27.10.2026
Autor:in:
Sebastian Geiersberger
Quellenangabe:
Murnauer Tagblatt vom 27.10.2026, Seite 31

„Mit Verwunderung habe ich die Aussage des Verkehrsreferenten gelesen, Tempo 30 führe weder zu einer relevanten Verbesserung der Lärmsituation noch zu mehr Verkehrssicherheit. Diese Behauptung widerspricht einer Vielzahl geprüfter Studien und Messungen. Zur Lärmsituation: Laut Umweltbundesamt belegen empirische Messungen bei Einführung von Tempo 30 Minderungen der Mittelungspegel um 1 bis 4 dB(A), die Maximalpegel – also laute Einzelereignisse, die Anwohner nachts besonders belästigen – nehmen teilweise um bis zu 7 dB(A) ab. Bereits 2022 empfahl das Umweltbundesamt auf dieser Basis Tempo 30 als innerörtliche Regelgeschwindigkeit. Ein Mehrwert, der bei nahezu null Mehrkosten zu haben ist. Noch eindeutiger ist die Datenlage zur Verkehrssicherheit. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat 2026 die Wirkung gezielter Tempo-30-Abschnitte auf 42 Hauptverkehrsstraßen im Detail untersucht: Die Unfallzahlen sanken dort deutlich stärker als auf vergleichbaren Tempo-50-Abschnitten – insbesondere die Zahl schwerer Unfälle mit Schwerverletzten und Getöteten, und zwar sowohl bei Kfz-Unfällen als auch bei Unfällen mit Fußgängern. Grundlage ist die physikalische Tatsache, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit eines angefahrenen Fußgängers bei 30 km/h drastisch höher liegt als bei 50 km/h. Wer also behauptet, Tempo 30 bringe nichts, ignoriert die Faktenlage. Es geht hier nicht um Ideologie, sondern um Gesundheit, Schlaf und Menschenleben. Ich appelliere deshalb an die Kommunalpolitik, den Empfehlungen des Umweltbundesamtes und der Unfallforschung zu folgen.“

‍SEBASTIAN GEIERSBERGER
Murnau

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